Mathias Kellner

Quelle: Wikipedia

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Mathias Kellner – Liedermacher, Erzähler, Bühnenmensch
Rauchige Stimme, bairische Seele: Warum Mathias Kellner die Grenzen zwischen Liedermacherei, Pop und Kabarett so mühelos überwindet
Mathias Kellner, geboren am 19. September 1984 in Straubing, gehört zu den markantesten Stimmen der bayerischen Liedermacher-Szene. Seine Musikkarriere vereint Bühnenpräsenz, Humor und Herzblut: Der Zeichner, Sänger und Kabarettist verbindet poetische Songtexte mit einem Gefühl für Groove, Timing und Erzählkunst. Zwischen Folk, Pop, Blues und bairischer Mundart verankert, entfalten seine Stücke eine intime, nahe Atmosphäre – getragen von einer warmen, rau-sanften Stimme, aufmerksamer Beobachtungsgabe und einer künstlerischen Entwicklung, die konsequent ihren eigenen Weg geht.
Ob als Solist mit Gitarre, als Frontmann englischsprachiger Projekte oder als kreativer Übersetzer internationaler Klassiker ins Bairische: Kellner führt sein Publikum mit Charme, Selbstironie und profundem musikalischem Handwerk durch Geschichten des Alltags. Er zeigt, dass Dialekt nicht begrenzt, sondern erweitert – um Klangfarben, Identität und kulturelle Tiefe.
Frühe Jahre und erster Aufbruch: Von der Gitarre zur Bühne
Im Alter von neun Jahren begann die musikalische Ausbildung mit Gitarrenunterricht; bald folgten Bands, in denen Kellner häufig die Rolle des Sängers übernahm. Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Schreinerlehre – ein solides Handwerk, das er jedoch zugunsten seiner Bühnenlaufbahn nicht weiter ausübte. Stattdessen verfeinerte er seine Live-Erfahrung als Gitarrenlehrer, Sessionmusiker und schließlich als Songwriter, der früh begriff, wie sehr Arrangement, Dynamik und Erzählrhythmus die Wirkung eines Liedes prägen.
2007 öffnete sich mit Support-Shows für Claudia Koreck eine größere Öffentlichkeit, ein Jahr darauf folgte eine Deutschlandtour mit Katie Melua. In dieser Phase professionalisierte Kellner sein Repertoire und seine Performance: pointiertes Storytelling zwischen den Songs, klare melodische Linien, eine charaktervolle Stimmfarbe und das Gespür, die Dramaturgie eines Konzertabends organisch zu entwickeln.
Die ersten Alben: Songpoesie, Pop-Appeal und Road-Erfahrungen
Mit dem Debütalbum „This Ocean Life“ (2009) setzte Kellner ein erstes ästhetisches Statement im Spannungsfeld aus Folk-Pop, Americana-Flair und radiofreundlichem Songwriting. „Hey Dude“ (2010) – mit der griffigen Single „iSong“ – und „The Road Sessions“ (2011) schärften sein Profil zwischen eingängigem Refrain-Handwerk und erzählerischer Dichte. Die Produktionen legten Wert auf organische Instrumentierung, stimmige Harmoniefolgen und Hooks, die live funktionieren und auf Tonträgern ebenso lebendig wirken.
In dieser Werkphase arbeitete Kellner an einem Sound mit transparenter Produktion und erdigen Texturen: akustische Gitarren, warme E-Bässe, subtiler Einsatz von Orgel und Percussion. Seine Musikalität zeigte sich nicht nur im Songwriting, sondern auch in sensibler Dynamikführung – Lieder, die atmen dürfen, statt in Kompression zu erstarren.
Der Schritt in die Mundart: Bairische Texte, neue Tiefe
Mit „Hädidadiwari“ (2014) begann ein entscheidender Abschnitt seiner künstlerischen Entwicklung: Er schrieb erstmals konsequent in bairischer Sprache. Klangfarbe, Sprachmelodie und erzählerische Nuancen veränderten sich hörbar – aus Pop in Standardsprache wurde ein Mundart-Songbook mit kultureller Verankerung. Die Mundart öffnete zusätzliche Ebenen von Humor, Innigkeit und Präzision. „Zeitmaschin’“ (2015) vertiefte diesen Ansatz als Konzeptalbum, dessen Songs Erinnerungen, Jugendmomente und Popkultur der 80er/90er spiegeln – ein Arrangement-Mix aus folkigen Rhythmen, poppigen Akkorden und grungigen Gitarrenanklängen, der live mit Anekdoten und Bühnenwitz ineinandergreift.
Der Dialekt erwies sich nicht als Nische, sondern als Verstärker seiner künstlerischen Autorität: Er macht die Geschichten unverwechselbar, bettet sie in eine akustische Heimat und zeigt, wie virtuos Kellner Sprache als musikalisches Material nutzt. Das Ergebnis: ein poetischer Realismus, der mit feinem Humor, Menschenfreundlichkeit und handwerklicher Souveränität überzeugt.
Kontinuität und Vielfalt: Studio, Live und Side-Projekte
Mit „Kettnkarussell“ (2016) folgte ein weiterer Mundart-Meilenstein; parallel hielt Kellner seine englischsprachige Seite lebendig („The Basement Tape“, 2017). „Tanzcafé Memory“ (2018) erzählte erneut von Vergangenheit und Gegenwart, verhandelte Erinnerungsmotive mit Pop-Leichtigkeit und einem Gespür für Szenerie – Musik als filmischer Raum. Die Live-Energie dokumentieren Veröffentlichungen wie „Gsungene Gschichtn – Live“ (2016) und „No Sleep til’ Ingolstadt“ (2023), die seine Bühnenpräsenz und sein Timing zwischen Songs und Stories einfangen.
Während der Pandemiejahre reagierte Kellner flexibel: Die Cover-Alben „Homeoffice“ (2020) und „Homeoffice 2“ (2020) brachten Klassiker – von Neil Young bis Nancy Sinatra – in persönliche, sparsame Arrangements. Mit „Blus’n EP“ (2021), „Dark Side Of The Hawara“ (2022), „Bavarian Recordings Vol. 1“ (2023) und „Pflanzerl“ (2023) zeigte er, wie produktiv eine unabhängige Produktion sein kann, wenn Komposition und Produktion Hand in Hand gehen.
Bandprojekte und Kollaborationen: d’BavaResi und mehr
Im Frühjahr 2020 gründete Kellner mit Sebastian Horn und Otto Schellinger d’BavaResi – eine Unternehmung, die die Liebe zum bayerischen Songgut mit Pop-Ideen verschränkt. Das Album „Bay. Hitz mit Witz“ (2022) feiert die Lust am Augenzwinkern, ohne die Sorgfalt in Komposition und Arrangement zu verlieren. Auch als Soundtrack-Komponist und Schauspieler zeigte er Bandbreite: Beiträge zu Filmen wie „Friendship!“, „Sommer in Orange“, „Zettl“ und „Dampfnudelblues“ sowie Bühnenrollen – etwa im Kult-Musical „Der Watzmann ruft“. Diese Vielseitigkeit stärkt seine Autorität als Erzähler, der Musik und Szene zusammendenkt.
In jüngerer Zeit trat die Kuratierung internationaler Klassiker im bairischen Gewand stärker hervor: Sein Programm „Can you BOARISCH, please?!“ übersetzt Songs von Bob Dylan, Tom Petty, den Eagles, Green Day oder Coldplay und zeigt, wie fein sich Melodie, Metrik und Silbenstruktur an die Mundart anpassen lassen – eine anspruchsvolle Arrangierkunst zwischen Prosodie, Reimführung und Phrasierung.
Aktuelles: Neue Single, volles Live-Programm
Mit „A Johr (feat. Vito C.)“ erschien am 27. Dezember 2024 eine frische Single, die Kellners Handschrift – melodische Direktheit, erzählerischer Fokus, stimmige Produktion – erneut verdichtet. Parallel bleibt er ein unermüdlicher Live-Künstler, dessen Konzerte regelmäßig ausverkauft sind. Vorberichte und Rezensionen betonen seine Mischung aus melodiösen Balladen, groove-betonten Nummern und spontanen, humorvollen Einschüben. Sein Bühnenbaukasten: Gesang, Gitarre, stampfender Fuß für den Puls – und die Freiheit, ein Lied mitten im Set dramaturgisch neu zu rahmen.
Diese Musikkarriere zeigt: Kontinuität entsteht aus Wandlungsfähigkeit. Kellner veröffentlicht, performt, arrangiert und erweitert sein Repertoire – ob mit eigener Diskographie, Mundart-Übertragungen oder Kooperationen. Die Produktion bleibt bewusst organisch: klare Klangbilder, Platz für Stimme und Text, kluge Balance aus Intimität und Punch.
Diskographie im Überblick und Einordnung
Die Studioalben spannen einen Bogen von englischsprachigen Anfängen zu einer prägenden Mundart-Phase: „This Ocean Life“ (2009), „Hey Dude“ (2010), „The Road Sessions“ (2011), „Kinda Wild“ (2013), „Hädidadiwari“ (2014), „Zeitmaschin’“ (2015), „Kettnkarussell“ (2016), „Tanzcafé Memory“ (2018), „Homeoffice“ (2020), „Homeoffice 2“ (2020), „Blus’n EP“ (2021), „Bay. Hitz mit Witz“ (mit d’BavaResi, 2022), „Dark Side Of The Hawara“ (2022), „Bavarian Recordings Vol. 1“ (2023), „Pflanzerl“ (2023), „Bavarian Recordings Vol. 2“ (2024). Ergänzt wird das Werk durch „The Live Sessions“ (2011), „Gsungene Gschichtn – Live“ (2016) und „No Sleep til’ Ingolstadt“ (2023) sowie Singles von „Bees in My Head“ (2009) bis „Da Doktor sogt“ (2023). Die jüngste Single „A Johr (feat. Vito C.)“ (2024) setzt die Spur fort.
Musikpresse und Veranstaltungshäuser heben die Bühnenkraft hervor: die Fähigkeit, melancholische Songs neben groovigen Blues-Nummern zu platzieren, mit kurzen absurden Geschichten zu konterkarieren und so einen erinnerungsstarken Abend zu bauen. In dieser Dramaturgie liegt ein Kern seiner Expertise: Musik als erzählte Erfahrung, als Abfolge emotionaler Lichtwechsel – immer publikumsnah, nie banal.
Stil und Handschrift: Zwischen Folk, Pop und Blues – immer erzählerisch
Als Sänger setzt Kellner auf Timbre und Artikulation statt bloßer Lautstärke. Sein Gesang phrasiert Textzeilen mit geschmackvoller Zurückhaltung, während Gitarren-Voicings – häufig Open-String-Schimmer, gelegentlich bluesige Bends, sparsame Licks – den Raum definieren. Kompositorisch dominieren klare Formteile (Strophe, Refrain, oft Bridge mit harmonischem Heben), die Arrangement-Entwicklung folgt einem dramaturgischen Crescendo: mehr harmonische Dichte, Variation in der Rhythmusarbeit, pointierte Backing-Figuren.
Die Mundart ist dabei keine Folklore-Zutat, sondern ein kompositorisches Werkzeug. Sie bestimmt Silbenlänge, Reimstruktur und Binnenreime, öffnet humoristische Doppeldeutigkeiten, erlaubt Alltagssprache ohne Verlust an Poesie. So entstehen Lieder, die gleichermaßen regionale Identität und universelles Erzählen transportieren.
Kultureller Einfluss und Auszeichnungen
Kellners Arbeit wirkt über den Musikbetrieb hinaus: als Impuls für die Sichtbarkeit bairischer Sprache im modernen Pop, als Beispiel für eigenständige Produktion abseits großer Industrienetze und als Brückenbauer zwischen Liedermacherei, Kabarett und Film/TV. Seine Preise – vom Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz (2007, Sonderpreis) über das Kleine Passauer Scharfrichterbeil (2019) bis zum Bayerischen Dialektpreis (2024) – würdigen künstlerische Qualität ebenso wie sein Engagement für regionale Kultur.
Seine künstlerische Entwicklung zeigt, dass Kontinuität in der Popgeschichte oft aus Authentizität entsteht: Wer die eigene Stimme findet und pflegt, prägt schließlich ein Genre – oder zumindest dessen regionale Ausprägung – langfristig mit.
Stimmen der Fans
Die Reaktionen der Fans zeigen deutlich: Mathias Kellner begeistert Menschen weltweit. Auf Facebook liest man nach Konzerten Kommentare wie: „Diese Stimme nimmt dich in den Arm – danke für einen unvergesslichen Abend!“ Auf YouTube schwärmt ein Hörer: „Bairisch, aber so universal – Gänsehaut ab dem ersten Refrain!“ Und zu seinen Mundart-Covern heißt es: „So klingt Heimat im Jahr 2026: respektvoll, modern, mit viel Gefühl.“
Fazit: Warum man Mathias Kellner erleben sollte
Wer wissen will, wie zeitgemäße Liedermacherei klingt, die Komposition, Arrangement und Sprache auf Augenhöhe denkt, findet in Mathias Kellner eine unverwechselbare Stimme. Seine Konzerte sind sorgfältig kuratierte Abende – mal leise, mal treibend, immer nah am Publikum. Die Diskographie dokumentiert eine konsequente künstlerische Entwicklung, die Mundart als Chance begreift: für Nuancen, Humor und emotionale Präzision. Kurz: Kellner macht hörbar, wie Musik Geschichten erzählt – und wie Geschichten Musik werden. Empfehlung: live erleben, nahe dran, am besten in einem Raum, der seine Stimme atmen lässt.
Offizielle Kanäle von Mathias Kellner:
- Instagram: Kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: https://www.facebook.com/Mathias.Kellner.Musik
- YouTube: https://www.youtube.com/user/strawberryflow
- Spotify: https://open.spotify.com/artist/0vwccOcNE6v9OGI9Pd11kq?si=MGcXg6jTRmKf_CFP9pVkZQ
- TikTok: Kein offizielles Profil gefunden
Quellen:
- kellner-music.de – Offizielle Website
- Wikipedia – Mathias Kellner
- Apple Music – Künstlerprofil und Releases
- Merkur – Konzertbericht „Der Riese mit der sanften Stimme“, 16.01.2024
- Fortuna Kulturfabrik – Künstlerankündigung
- SoundCloud – Offizielle Tracks
- Linktree – Zentrale Künstlerverweise
- Online Star News – „Zeitmaschin’“ Album-Info
Bevorstehende Veranstaltungen

Mathias Kellner - Can you BOARISCH, please?!
Lach-Erlebnis in der Redoute Passau: Mundart-Comedy, Stand-up und bairische Songklassiker neu gedacht. 17.01.2026, 20:00 Uhr. Gute Laune garantiert – sichere dir Plätze. #PassauComedy

Mathias Kellner - Can you BOARISCH, please?!
Live-Mundart mit Herz: Mathias Kellner entzündet im Großen Redoutensaal Passau ein Konzerterlebnis aus Humor, Hits und Gänsehaut. 17.01.2026, 20:00 Uhr, ab 29,60 €. Jetzt Tickets sichern! #PassauLive
