Inklusion und Fußball für Kinder in Hof
110 Kinder feiern inklusives Bambini-Turnier im Ossecker Stadion
Im Ossecker Stadion ging es in dieser Woche nicht um ein einzelnes Ergebnis, sondern um einen Fußballtag, der möglichst vielen Kindern Spielzeit und Erfolgserlebnisse geben sollte. Am Dienstag kamen rund 110 fußballbegeisterte Kinder aus Hof und der Region zu einem inklusiven Bambini-Turnier zusammen – mit fünf Spielrunden, anschließenden Finalspielen und einer Siegerehrung in drei Leistungsklassen.
Ausrichtung und Teilnehmende
Ausgerichtet wurde das Turnier von der Stadt Hof gemeinsam mit der Lebenshilfe Hof und Special Olympics Bayern. Auf dem Rasen standen Schülerinnen und Schüler aus Hofer Grund- und Förderschulen – bewusst gemischt und unabhängig von individuellen Voraussetzungen. Genau diese Selbstverständlichkeit des Miteinanders prägte den Tag.
Viele Spiele, klare Struktur, faire Einteilung
Zum Auftakt begrüßten Jörg Herzig, Leiter der Schule am Lindenbühl, und Burkhard Baier, zuständig für Schulen, Jugend, Soziales und Sport, die Teilnehmenden. Danach lief das Turnier in eng getakteten Abläufen an: Gespielt wurde parallel auf drei Feldern. Jede Mannschaft trat mit fünf Feldspielern und einem Torwart an, die Spielzeit pro Partie betrug acht Minuten.
Das Teilnehmerfeld setzte sich aus Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen der Hofer Grundschulen sowie aus vierten und fünften Klassen der Förderschulen aus Stadt und Landkreis zusammen. Um bei vielen Teams in überschaubarer Zeit möglichst passende Duelle zu ermöglichen, wurde im Schweizer System gespielt: Nach jeder Runde orientieren sich die nächsten Paarungen an den bisherigen Ergebnissen, sodass Mannschaften mit ähnlichem Abschneiden häufiger aufeinandertreffen. Für die Kinder bedeutet das in der Praxis weniger “Ausreißer”-Spiele und mehr Partien, in denen beide Seiten echte Chancen haben. Nach fünf Runden folgten die Finalspiele.
Schiedsrichter und Organisation
Für sportliche Fairness und einen reibungslosen Ablauf sorgten fünf junge Schiedsrichter:
- Lukas Hartmann (Schiller-Gymnasium)
- Lars Opel (Schiller-Gymnasium)
- Janis Steppan (Schule am Lindenbühl)
- Patrik Karicka (Schule am Lindenbühl)
- John Fraaß (Schule am Lindenbühl)
Zehn weitere Schülerinnen und Schüler des Schiller-Gymnasiums unterstützten im Rahmen eines P-Seminars bei Verpflegung und Organisation – ein Baustein, der bei Turnieren dieser Größenordnung oft über den Unterschied zwischen Improvisation und verlässlicher Struktur entscheidet.
Inklusion als gelebte Praxis und Fortsetzung des Netzwerks
Der sportliche Rahmen war klar organisiert, die eigentliche Aussage des Turniers lag jedoch im inklusiven Ansatz: Kinder spielten gemeinsam, ohne dass Unterschiede im Alltag automatisch zu Trennlinien auf dem Platz wurden. Bürgermeister Sebastian Auer brachte diesen Anspruch bei der Veranstaltung auf den Punkt: „Dieses Turnier zeigt, wie Inklusion gelingen kann“.
Dass ein solches Format nicht bei der Symbolik stehen bleibt, zeigt auch der organisatorische Unterbau. Die Veranstaltung ist Teil eines nachhaltigen Netzwerks, das im Zuge des Projekts „Host Town“ rund um die Special Olympics World Games 2023 aufgebaut wurde. In Hof wirkt dieser Ansatz nun in einem schulnahen Turnierformat weiter – nicht als einmalige Aktion, sondern als wiederholbares Modell, bei dem Zuständigkeiten, Helferstrukturen und Kooperationswege bereits vorhanden sind. Die organisatorische Verantwortung lag im Vorfeld beim Sportamt der Stadt sowie bei der Lebenshilfe.
Sieger in drei Leistungsklassen
Am Ende gab es auch sportlich klare Erstplatzierte – und zwar in einer Einteilung, die Vergleichbarkeit schaffen sollte. In Leistungsgruppe I setzte sich das Team Sophienschule durch. In Leistungsgruppe II gewann das Team Bonhoefferschule. In Leistungsgruppe III belegte Team Moschendorf 2 den ersten Platz.
Die Siegerehrung übernahmen Bürgermeister Sebastian Auer und Max Kühnreich. Für viele Kinder stand dabei nicht nur die Platzierung im Mittelpunkt, sondern das, was diesen Tag getragen hat: viel Spielzeit, geregelter Wettbewerb und ein gemeinsames Erlebnis, das Teilhabe sichtbar machte – im Stadion und über den Turniertag hinaus.

