Inklusion und Fußball im Ossecker Stadion
Inklusives Bambini-Turnier begeistert 110 Kinder im Ossecker Stadion
Im Ossecker Stadion steht an diesem Dienstag nicht nur der sportliche Vergleich im Mittelpunkt, sondern vor allem das gemeinsame Spiel. Rund 110 Kinder aus Hof und der Region nehmen an einem inklusiven Bambini-Turnier teil, das Wettbewerb und Teilhabe bewusst zusammenbringt.
Ausrichter sind die Stadt Hof, die Lebenshilfe Hof und Special Olympics Bayern. Auf dem Platz treffen Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen der Hofer Grundschulen sowie der vierten und fünften Klassen der Förderschulen aus Stadt und Landkreis aufeinander – in gemischten Konstellationen und mit dem gemeinsamen Ziel, Fußball als Mannschaftssport für alle erlebbar zu machen.
Viele Teams, klare Struktur, gemeinsamer Fußballtag
Gespielt wird auf drei Feldern. Jedes Team besteht aus fünf Feldspielern und einem Torwart, die Spielzeit beträgt jeweils acht Minuten. Zum Auftakt begrüßen Jörg Herzig, Leiter der Schule am Lindenbühl, sowie Burkhard Baier, zuständig für Schulen, Jugend, Soziales und Sport, die Teilnehmenden. Anschließend beginnt der Turnierbetrieb.
Die organisatorische Vorbereitung liegt beim Sportamt der Stadt Hof und bei der Lebenshilfe. Dass das Turnier mit klaren Abläufen und verlässlichen Regeln funktioniert, ist dabei mehr als eine Formalie: Gerade bei einem Teilnehmerfeld mit unterschiedlichen Voraussetzungen schafft eine saubere Struktur Orientierung – und sorgt dafür, dass alle Kinder unter vergleichbaren Bedingungen spielen können.
Bei der Siegerehrung bringt Bürgermeister Sebastian Auer den Anspruch der Veranstaltung auf den Punkt: „Dieses Turnier zeigt, wie Inklusion gelingen kann.“ Gemeinsam mit Max Kühnreich übernimmt er die Ehrung der Teams.
Schweizer System: fairer Ablauf trotz vieler Teams
Gespielt wird nach dem Schweizer System. Die Paarungen entstehen dabei auf Basis der bisherigen Ergebnisse – Teams mit ähnlichem Abschneiden treffen im Verlauf des Turniers eher aufeinander. Für ein Format mit vielen Mannschaften und begrenzter Rundenzahl ist das ein praktischer Weg, um Spiele möglichst ausgeglichen zu gestalten, ohne dass jede Mannschaft gegen jede antreten muss.
Insgesamt sind fünf Spielrunden angesetzt, danach folgen die Finalspiele. Der Turnierverlauf bleibt damit übersichtlich, zugleich ermöglicht er eine sportlich nachvollziehbare Einteilung in Leistungsgruppen.
Für einen reibungslosen Ablauf und sportliche Fairness sorgen fünf junge Schiedsrichter: Lukas Hartmann und Lars Opel vom Schiller-Gymnasium sowie Janis Steppan, Patrik Karicka und John Fraaß aus der Berufsschulstufe der Schule am Lindenbühl. Zehn weitere Schülerinnen und Schüler des Schiller-Gymnasiums unterstützen im Rahmen eines P-Seminars bei Organisation und Verpflegung – ein Beitrag, der den Fußballtag auch als gemeinschaftliches Projekt sichtbar macht.
Sieger in drei Leistungsklassen – und ein Signal darüber hinaus
Die Ergebnisse werden in drei Leistungsklassen gewertet. In Leistungsgruppe I setzt sich Team Sophienschule durch. Leistungsgruppe II gewinnt Team Bonhoefferschule. In Leistungsgruppe III landet Team Moschendorf 2 auf Platz eins.
Doch der belastbare Kern dieses Tages liegt nicht allein in Platzierungen. Das Turnier verbindet feste Spielregeln, schulübergreifende Zusammenarbeit und sportlichen Ehrgeiz mit einem inklusiven Ansatz, der Teilhabe praktisch organisiert – auf dem Feld, am Spielfeldrand und in der gemeinsamen Verantwortung vieler Beteiligter.
Dass die Veranstaltung in ein Netzwerk eingebettet ist, das im Zuge des „Host Town“-Projekts rund um die Special Olympics World Games 2023 aufgebaut wurde, gibt dem Fußballtag zusätzliches Gewicht: Inklusion wird hier nicht als einmaliger Aktionstag verstanden, sondern als Struktur, die wachsen und bleiben soll.

