Beretta Kaliber 22 im Theater Hof: Ein intensiver Abend über Schuld und Gerechtigkeit


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Beretta Kaliber 22: Ein Gerichtssaal wird zum Brennpunkt der Gesellschaft
Am 4. Dezember 2026 feiert Sarah Amanda Dulgeris’ Schauspiel Beretta Kaliber 22 seine Hofer Erstaufführung im Studio des Theaters Hof. Acht Schüsse aus einer Pistole erschüttern einen Gerichtssaal – und öffnen einen dramatischen Raum für Fragen nach Schuld, Rache, Verantwortung und Gerechtigkeit.
Eine wahre Begebenheit als vielstimmige Bühnenuntersuchung
Im Zentrum steht der reale Fall Marianne Bachmeier, die am 6. März 1981 im Lübecker Landgericht den Mann erschoss, der ihre siebenjährige Tochter Anna getötet hatte. Der Prozess und die anschließende öffentliche Debatte über Selbstjustiz bewegten die Bundesrepublik weit über das Urteil von 1983 hinaus.
Die Inszenierung von Carolin Wirth nähert sich diesem Stoff nicht als klassisches Gerichtsdrama. Dokumentarische Fragmente, Erinnerungen und mediale Zuschreibungen überlagern sich zu einer theatralen Untersuchung. Die Dramaturgie richtet den Blick auf eine Gesellschaft, die nach eindeutigen Urteilen verlangt, während die Wirklichkeit voller Widersprüche bleibt.
Zwischen Trauer, Wut und moralischer Grenzüberschreitung
Das Schauspiel zeigt eine Frau zwischen Verlust und Wut, eine Justiz zwischen Gesetz und Ohnmacht sowie eine Öffentlichkeit, die aus persönlicher Tragödie ein gesellschaftliches Urteil formt. Die Bühne wird zum Verhörraum, in dem nicht nur die Figuren, sondern auch die eigene Haltung des Publikums auf dem Prüfstand steht.
Carolin Wirth verantwortet Inszenierung und Ausstattung. Gemeinsam mit Lichtdesigner Uwe Masch und Dramaturg Philipp Brammer entwickelt sie eine konzentrierte Theateratmosphäre, in der Sprache, Lichtstimmung und die Präsenz des Schauspielensembles die Spannung stetig verdichten. Auf der Bühne stehen Alrun Herbing, Oliver Hildebrandt und Marco Stickel.
Ein intensives Bühnenerlebnis für ein aufmerksames Publikum
Beretta Kaliber 22 verweigert einfache Antworten. Die Schauspielkunst macht sichtbar, wie schnell eine trauernde Mutter zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Ängste wird und wie schwer sich Recht, Moral und persönliche Vergeltung voneinander trennen lassen.
Eine Werkeinführung beginnt jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung und eröffnet zusätzliche dramaturgische Perspektiven auf den historischen Fall und seine theatrale Bearbeitung. Der Besuch wird ab 16 Jahren empfohlen.
Fazit: Theater, das die eigene Haltung herausfordert
Dieses Bühnenerlebnis führt mitten in einen Konflikt, dessen Wirkung bis in die Gegenwart reicht. Wer Theater als Ort gesellschaftlicher Reflexion, präziser Inszenierung und emotionaler Erschütterung erlebt, findet in Beretta Kaliber 22 einen eindringlichen Abend. Sichern Sie sich Ihre Karten für die Hofer Erstaufführung und erleben Sie live, wie aus einem historischen Fall eine offene Frage an uns alle wird.
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