ICH, die Finsternis! im Theater Hof: Worte werden zu Waffen


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Wenn Worte zu Waffen werden: ICH, die Finsternis! im Theater Hof
Am Montag, dem 9. November 2026, verwandelt sich der Orchesterprobensaal des Theaters Hof in einen konzentrierten Resonanzraum für eine szenische Lesung über Radikalisierung, Manipulation und demokratische Verantwortung. Bei freiem Eintritt begegnen sich zwei Figuren in einem psychologischen Machtkampf, der weit über die Bühne hinausweist.
Ein düsterer Konflikt zwischen Schüler und Lehrer
Tristan wächst in einem von völkischer Ideologie, Gehorsam und Härte geprägten Elternhaus auf. Sein Geschichtslehrer Enzo Embacher stellt sich ihm entgegen. Aus dem pädagogischen Gespräch entwickelt sich eine bedrohliche Konfrontation, in der Überzeugungen verhärten, Abhängigkeiten entstehen und Sprache ihre aufklärerische Kraft verliert.
Benedict Friederich und Marco Stickel verdichten Carsten Degenhardts gleichnamigen Psychothriller auf das unmittelbare Aufeinandertreffen dieser beiden Figuren. Die Schauspielkunst lebt dabei von der Spannung zwischen Stimme, Haltung und psychologischer Verschiebung: Jeder Satz kann zum Angriff werden, jede Pause eine neue Machtposition markieren.
Eine Inszenierung über die Mechanismen der Radikalisierung
Die Dramaturgie richtet den Blick nicht nur auf politische Schlagworte, sondern auf die Prozesse dahinter. Was formt einen Menschen zu dem, was er später wird? Wie wirken Prägung, Manipulation und Abhängigkeit zusammen? Und an welchem Punkt kippt ideologische Überzeugung in Gewalt?
Als szenische Lesung arbeitet das Bühnenerlebnis mit Konzentration statt Ausstattung. Die Theateratmosphäre entsteht aus der Präsenz der Darsteller, aus dem Wechsel von Nähe und Distanz und aus der akustischen Präzision des gesprochenen Wortes. So wird der Orchesterprobensaal zum inneren Schauplatz eines Konflikts, dessen politische Dimension jederzeit spürbar bleibt.
Teil des medienübergreifenden Projekts FINSTERNIS
ICH, die Finsternis! gehört zum medienübergreifenden Gesamtwerk FINSTERNIS von Carsten Degenhardt. Das Projekt setzt sich mit Radikalisierung, politischer Verführung und demokratischer Verantwortung auseinander. Den Auftakt bildete 2025 der Kurzspielfilm Prolog der Finsternis bei den 59. Hofer Filmtagen.
Die szenische Lesung steht zugleich im Zeichen des 9. November und erinnert daran, dass Antisemitismus, Nationalismus und völkisches Denken keine abgeschlossenen Kapitel darstellen. Das Theater wird damit zum Ort der Auseinandersetzung: nicht als Lehrstück mit einfachen Antworten, sondern als verstörende Begegnung mit den Bedingungen, unter denen Menschen ideologisch geprägt werden.
Ein konzentriertes Bühnenerlebnis mit Nachhall
Die Aufführung dauert etwa 60 Minuten und führt ohne Umwege in einen psychologischen Abgrund. Erwartet werden eine intensive Lesung, eine reduzierte Inszenierung und ein Stoff, der die Publikumsreaktion nicht dem bloßen Schock überlässt, sondern zur persönlichen und gesellschaftlichen Verantwortung zurückführt.
Wer Theater als Ort des Nachdenkens, der Erinnerung und der demokratischen Debatte erlebt, findet in Hof einen Abend von besonderer Dringlichkeit. Der Eintritt ist frei. Dieses Bühnenerlebnis verdient Aufmerksamkeit, weil es den Blick auf die Gegenwart schärft und die Frage stellt, wie eine offene Gesellschaft ihre Werte verteidigt.
Offizielle Kanäle von Theater Hof:
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- Website: https://www.theater-hof.de/spielplan/stuecke/detail/ich-die-finsternis










