Stephan Schlögl

Quelle: Wikipedia

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Stephan Schlögl – Tenor und Komponist zwischen Klassik, Operette und populärem Crossover
Ein Tenor mit Auszeichnung: Von den Regensburger Domspatzen bis zu Soloprogrammen im gesamten DACH-Raum
Geboren am 21. Juni 1993 in Oberviechtach, formte sich die Musikkarriere von Stephan Schlögl aus einer doppelten Leidenschaft: der klassischen Gesangstradition und einer natürlichen Neugier für populäre Klangsprachen. Seine künstlerische Entwicklung wurzelt in der intensiven Chorerfahrung der Regensburger Domspatzen, reifte in anspruchsvollen Ensemble-Kontexten und führt heute zu Soloauftritten in bedeutenden Konzertsälen und Kirchen im deutschsprachigen Raum. Als Tenor und Komponist überzeugt er mit stilistischer Vielseitigkeit, präzisem Ausdruck und einer Bühnepräsenz, die Opern- und Oratorienliteratur ebenso trägt wie Operette und Crossover-Projekte.
Im Mittelpunkt seiner jüngeren Laufbahn stehen Solo- und Ensembleerfolge, Studienabschlüsse mit Auszeichnung sowie eine stetige Repertoireerweiterung. Dabei verbindet Schlögl Gesangstechnik, Interpretation, Komposition und Pädagogik zu einem konsistenten künstlerischen Profil – getragen von sorgfältiger Stimmführung, kluger Programmdramaturgie und einem sicheren Gespür für Klangfarben, Textausdeutung und musikalische Erzählung.
Biografie: Fundamente einer Stimme
Zwischen 2004 und 2012 erhielt Schlögl am Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen eine umfassende Ausbildung in Gesang, Klavier und Trompete. Tourneen mit dem Domchor, erste solistische Einsätze und die Erfahrung, Vokalmusik in renommierten Kirchen und Konzertsälen zu tragen, schärften sein Verständnis von Stimmkultur, Ensemblehomogenität und liturgischer Aufführungspraxis. 2014 trat er dem Renner Ensemble Regensburg bei – ein Meilenstein, der die Disziplin und Klangästhetik eines professionellen Männerchors in seine künstlerische DNA einschrieb.
2015 gründete er zusammen mit einem Kollegen die A-cappella-Formation Free Vocals und begann, eigene Lieder zu komponieren. Dieser Schritt markiert den Start seiner kompositorischen Handschrift und einer kreativen Neugier, die zwischen A-cappella-Pop, Chorliteratur und liedhafter Form changiert. 2016 wechselte Schlögl in die populär ausgerichtete Vokalgruppe Stimmen der Berge – der bewusste Brückenschlag zwischen klassischer Stimmbildung und Schlager/Volksmusik-Crossover prägte fortan sein Repertoireprofil.
Studium, Meisterklassen und künstlerische Entwicklung
Parallel zur Bühnentätigkeit vertiefte Schlögl seine Expertise mit einem Doppelstudium: Gesangspädagogik (Bachelor und Master) an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg sowie Schulmusik (Doppelfach) an der Universität Regensburg. Von 2023 bis 2025 studierte er MA Performance, Konzert an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) in der Klasse von Prof. Sebastian Geyer und schloss im Sommer 2025 mit Auszeichnung ab. Diese Phase schärfte seine stilistische Bandbreite – vom barocken Evangelisten über das romantische Oratorium bis hin zu spätromantischen und frühmodernen Tenorpartien.
Die Verbindung aus akademischer Fundierung, Ensemblepraxis und solistischer Reifung bestimmt seine künstlerische Entwicklung. Schlögls Musizierhaltung zeichnet sich durch textzentrierte Artikulation, elegante Phrasierung und eine flexible, leuchtende Höhe aus, die in lyrischen Linien ebenso überzeugt wie in expressiv-dramatischen Zuspitzungen.
Ensembles, Preise und der besondere Chorklang
Mit dem Renner Ensemble Regensburg wirkte Schlögl an mehreren CD-Produktionen mit; die 2018 erschienene Aufnahme „War No More“ wurde mit dem Opus Klassik prämiert – ein bedeutendes Qualitätssiegel der Klassikszene. Bereits 2015 errang das Ensemble beim International Male Voice Choral Festival in Cornwall (UK) einen 3. Preis. Diese Stationen dokumentieren eine ausgeprägte Ensemblekompetenz, ein geschultes Ohr für Männerchorbalance und die Fähigkeit, innerhalb homogener Stimmgruppen solistische Akzente zu setzen.
Seit 2016 ist Schlögl Mitglied der Stimmen der Berge. Mit der Formation entstanden zahlreiche Alben, darunter Chart-Erfolge wie „Deutsches Gold“, das 2019 auf Platz 5 der Offiziellen Deutschen Albumcharts einstieg. Die Gruppe erhielt 2019 zudem den smago! Crossover Award („Klassik küsst Schlager“). Für Schlögl ist dieses Format eine künstlerische Werkstatt, in der Arrangements, Mikrofonarbeit, Bühnenmoderation und publikumsnahe Dramaturgie auf die klassische Stimmausbildung treffen.
Solistische Akzente: Oratorium, Operette und der „Schwan“
Seit 2022 wird Schlögl vermehrt als Solist in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeladen. Sein Repertoire umfasst zentrale Tenorpartien des Oratoriums – unter anderem Haydns „Schöpfung“, Händels „Messias“, Mendelssohns „Paulus“ und „Elias“ – sowie die Evangelistenpartien in Bachs Weihnachtsoratorium und den Passionen. In der Operetten- und Liedtradition prägt er mit kultiviertem Legato und stilbewusster Diktion Programme, die den goldenen Wiener Klang, Walzerseligkeit und tenorale Kantabilität in den Vordergrund rücken.
Besonderes Renommee erarbeitet sich Schlögl mit dem „Schwan“ aus Carl Orffs Carmina Burana – einer exponierten, technisch fordernden Szene, die virtuose Höhenlage, Registerbalance und ironisch-szenische Zuspitzung verlangt. Regelmäßige Aufführungen an prominenten Spielstätten wie Münchener Brunnenhof, Herkulessaal München, Meistersingerhalle Nürnberg, KKL Luzern und Stuttgarter Liederhalle unterstreichen die Profilierung dieses Rollenporträts.
Orchester, Häuser und Dirigenten
Zu den Orchestern, mit denen Schlögl zusammenarbeitete, zählen Württembergische Philharmonie Reutlingen, Philharmonie Baden-Baden, Prager Royal Symphonic Orchestra, Hofer Symphoniker, Musikkollegium Winterthur, Nordwestdeutsche Philharmonie, Bad Reichenhaller Philharmoniker und Vogtland Philharmonie. Auch mit spezialisierten Barockensembles wie La Banda und L’arpa festante gestaltete er stilistisch informierte Projekte.
Als professioneller Chorsänger sang Schlögl u. a. beim Chor des Bayerischen Rundfunks und der Zürcher Singakademie. Auftritte führten ihn in so renommierte Häuser wie die Mailänder Scala, das Concertgebouw Amsterdam, die Philharmonie de Paris und das Müpa Budapest – unter der Leitung von Christian Thielemann, Sir Simon Rattle und Riccardo Chailly. Diese Erfahrungen schärfen sein Timing, seine dynamische Sensibilität und die Fähigkeit, solistische Präsenz in den großen Gesamtklang einzubetten.
Aktuelle Projekte (2024–2026): Programmarbeit und Repertoirevertiefung
Seit 2024 tourt Schlögl mit den Soloprogrammen „Dein ist mein ganzes Herz“ und „Wien, du Stadt meiner Träume“ im gesamten süddeutschen Raum, in Österreich und in der Schweiz. Die Programme, in Trio- oder Quartettbesetzung konzipiert, würdigen das Operettenfach, das Wienerlied und die große Ära der Tenorromantik mit Arien, Liedern und Zwischenmusiken. Neben programmatischen Klammern setzt Schlögl auf fein austarierte Arrangements, die Klangfarben und Textverständlichkeit priorisieren.
Im Zuge seiner künstlerischen Entwicklung erweitert er seit 2025 sein Spektrum in Richtung dramatischerer Literatur – etwa mit Mahlers „Das Lied von der Erde“ oder Verdis „Messa da Requiem“ in kooperativen Projekten. Ab Herbst 2026 plant er das neue Programm „Ein Lied geht um die Welt“, das die Tradition großer Tenor-Melodien in einen zeitgemäßen Konzertzusammenhang stellt und das Wechselspiel von Nostalgie, Virtuosität und moderner Erzählhaltung betont.
Diskographie: Ensemble-Erfolge und Crossover-Chartplatzierungen
Die Diskographie von Stephan Schlögl spiegelt seine Doppelrolle als Ensemble- und Crossover-Sänger. Mit dem Renner Ensemble Regensburg wirkte er an „Franz Liszt und seine Zeit“ (2016) und der preisgekrönten Produktion „War No More“ (2018) mit – ausgezeichnet mit dem Opus Klassik in der Kategorie „Chorwerkeinspielung des Jahres“. Die Zusammenstellung verbindet Renaissance, Romantik und moderne Bearbeitungen zu einem reflektierten Antikriegspanorama.
Mit Stimmen der Berge erscheinen seit 2016 kontinuierlich Alben, darunter „Das Beste“ (2017), „Italienische Sehnsucht“ (2017), „Deutsches Gold“ (2019), „Sing mit! Die große Kultschlager Party – Vol. 1“ (2020), „Ewige Liebe“ (2021), „Goldene Stimmen der Heimat“ (2022), „Die größten Hits aller Zeiten“ (2023), „Danke für die Lieder“ (2023) sowie das Jubiläumsalbum „10 Jahre – Das Beste zum Jubiläum“ (2024). Mehrere Veröffentlichungen platzierten sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Albumcharts; „Deutsches Gold“ erreichte in Deutschland Platz 5. Die Chartpräsenz belegt die Reichweite der Gruppe und die Popularität des lichthellen Tenor-Fachs im Crossover-Kontext.
Stil, Technik und musikalische Handschrift
Schlögls Tenor verbindet fokussierte Kopfstimme mit tragfähiger Mittellage, klarer Diktion und textsensibler Phrasierung. In der Oratorienliteratur überzeugt er mit erzählerischer Klarheit – essenziell für Evangelistenpartien – und einer lückenlosen Linie, die Stretta-Passagen sauber konturiert. In Operette und klassischer Unterhaltungsmusik bevorzugt er ein portamentofreudiges Legato, elegantes Rubato und ein Timbre, das zwischen Schmelz und Glanz balanciert. Die stilistische Sicherheit resultiert aus detaillierter Partiturarbeit, historischem Stilwissen und einem intuitiven Gefühl für dramaturgische Bögen.
Als Komponist und Arrangeur nutzt er chorische Klangräume und A-cappella-Texturen, die auf stimmliche Balance und Textverständlichkeit zielen. Seine Arbeiten für Free Vocals zeigen eine Nähe zum deutschen Poplied und zum kunstliedhaften Ausdruck, ohne den unmittelbaren, publikumszugewandten Impuls preiszugeben.
Kultureller Einfluss und Einordnung
Stephan Schlögl steht für eine Künstlerbiografie, in der die klassischen Disziplinen – Chor, Oratorium, Operette – mit einer breiten Aufführungspraxis und Crossover-Ästhetik verbunden werden. Diese Verbindung öffnet Repertoirezugänge für ein Publikum, das zwischen Kirchenmusik, Konzertsaal und populären Formaten wechselt. Insbesondere der „Schwan“ aus Orffs Carmina Burana erweist sich als Brücke: virtuos, theatral und doch in der klassischen Stimmtechnik verankert, adressiert er sowohl Klassikliebhaber als auch neugierige Einsteiger.
Die kontinuierliche Präsenz in Charts und Medien – im Kontext der Stimmen der Berge – verstärkt die Sichtbarkeit tenoraler Klangkultur jenseits reiner Opernspielpläne. Gleichzeitig bewahrt Schlögl in Oratorium und Liedabend die Genauigkeit, Tiefenarbeit und Werkfrömmigkeit, die die klassische Tradition erfordert. Als freier Ensemble- und Chorsänger an führenden Häusern lebt er die Durchlässigkeit zwischen solistischer und kollektiver Musikausübung vor.
Fazit: Ein Tenor mit Profil und Perspektive
Stephan Schlögl vereint stimmtechnische Solidität, Repertoirebreite und dramaturgische Intelligenz. Auszeichnungen, Chart-Erfolge im Ensemble, ein mit Auszeichnung absolviertes Masterstudium und eine wachsende solistische Agenda belegen seine künstlerische Autorität. Wer seine Programmarbeit verfolgt, erlebt einen Sänger, der zwischen geistlicher Musik, Operette und Crossover souverän navigiert – getragen von musikalischer Substanz und Freude am unmittelbaren Kontakt zum Publikum.
Empfehlung: Erleben Sie Stephan Schlögl live – sei es im Oratorium, im Operettenabend oder in Carmina Burana. Die Mischung aus stilistischer Vielseitigkeit, präziser Stimmführung und charmanter Bühnenpräsenz sorgt für Konzerte, die nachhaltig im Ohr bleiben.
Offizielle Kanäle von Stephan Schlögl:
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Quellen:
- Tenor | Stephan Schlögl – Offizielle Website
- Wikipedia – Stephan Schlögl
- Stimmen der Berge – Die Gruppe (Offizielle Seite)
- Offizielle Deutsche Charts – Stimmen der Berge „Deutsches Gold“
- Presto Music – Renner Ensemble Regensburg „War No More“ (Opus Klassik 2018)
- Wikipedia – Stimmen der Berge
- Telamo – „Deutsches Gold“ Chartmeldung (Labelmeldung)
- Wikipedia: Bild- und Textquelle

